Galerie Brotfabrik – Bonn-Beuel
30. Mai bis 03. August
Vernissage: 13. Juni – 16:30 Uhr
Eine Performance von Elena Nikodemus und Lukas Metzinger
Festgehalten mit fotografischen Mitteln
Inspiriert durch meine Event- und Performance-Fotografie, die ich als Support für Performance- / Tanz- / Theater-Künstler*innen betreibe, kam die Idee mit der „Tonperformance“ bei mir auf. – Irgendwie dachte ich, dass ich genug Menschen kenne, die sich darauf einlassen können und die ich fotografisch begleiten kann.
Glücklicherweise konnte ich nach zwei Jahren des Suchens und Anbietens Elena und Lukas sehr spontan für das Projekt begeistern. Dann ging alles schnell.
Die Vorgehensweise entspricht meiner Arbeitsweise beim Portraitieren. Ich mag wenig vorgegebene Posen, die starr eingehalten werden müssen. Ich gebe lieber kurze Impulse, vielleicht eine Körperhaltung, Bewegung oder eine Idee vor und versuche, die passenden Momente zu erwischen, die im Fluss entstehen.
Als Ausgangslage wussten Elena und Lukas, dass das Outfit schlicht, weiß (vielleicht priesterhaft) sein sollte; die Handlungen sollten mystisch, zeremoniell, archaisch wirken, der Bewegungsfluss wurde durch Musik unterstützt, die ebenfalls archaisch, klingt (Eruption, Magmafluss als Thema). Danach hatten die beiden freien Lauf für ihre Aktionen. Ich habe mit der Kamera begleitet und so wenig wie möglich unterbrochen.
Im Nachhinein ist das passiert, was mir immer passiert. Dokumentiert werden sollte die Performance vom Anfang bis zum Ende auch mit teilweise entfernteren Perspektiven (Teilkörper-, Ganzkörper-Aufnahmen). Der Sog auf Close-Ups, auf nahe, intensive Headshots hat mal wieder überhandgenommen. Glücklicherweise zeigt sich aber auch hier neben dem Fließen auch das Erstarren / Fixieren der Tonmasse in ihrem rissigen, trocknenden Zustand. Der von mir gewollte visuelle Endzustand.
Zeitgleich zu den Performancearbeiten habe ich die Technik der Cyanotypie (Blaudruck) aus alten „Chemikertagen“ wieder aufgenommen. Ein Verfahren, bei dem aus zwei Eisensalzen eine fotoreaktive Flüssigkeit entsteht, die auf ein Trägermaterial aufgetragen wird und als Fotopapier funktioniert, wenn darauf Negative oder andere Materialien gelegt werden und dies dann mit UV-Licht (Sonnenlicht) belichtet wird.
Daraus entstand die Idee, Tonkacheln als Träger zu verwenden, um die Fotos auf dem Material zu fixieren, dass zuvor das Material im Fluss auf die Körper der beiden Akteure aufgetragen wurde. – Ein Kreis schließt sich! Licht, welches vom Ton ausgesendet wurde, um auf dem Sensor zu landen, landet letztendlich, nach dem Bildverarbeitungsprozess, wieder auf Ton.
